Anreise mit dem Flugzeug

Der Lissabonner Flughafen befindet sich ca. 7 km außerhalb der Stadt. Um ins Zentrum zu gelangen, haben Sie die Wahl zwischen mehreren, sehr günstigen, Linienbussen (Linien 44, 45, 83), die allerdings eine Fahrzeit von rund 45 Minuten haben und dem Aerobus der staatlichen Bahngesellschaft Carris, der zwar etwas teurer (ca. 3 €) ist, Sie aber dafür innerhalb von nur 20 Minuten in die Innenstadt befördert.

Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit sich ein Taxi (schwarz-grün oder beige) oder einen Mietwagen zu nehmen. Lissabon ist allerdings kein gutes Pflaster für Autofahrer, die sich hier auf der Suche nach einem Parkplatz durch enge Gassen zwängen müssen.

Flughafen Lissabon Portela (LIS)
Der Flughafen der portugiesischen Hauptstadt wurde 1940 eröffnet und verfügt über 2 Terminals. Vom neuen Terminal 2, das erst 2007 eingeweiht wurde, starten nationale Flüge nach Faro, Porto oder zu den portugiesischen Inseln. Sowohl die portugiesische Airline TAP, als auch die Portugalia haben hier ihr Drehkreuz. Viele internationale Fluggesellschaften, wie die KLM, British Airways, Alitalia, SAS, Iberia, Continental u. a. starten und landen hier. Mit über 12 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Airport Lissabon der größte des Landes. Der Bau eines neuen Flughafens bei Alcochete ist derzeit noch im Gespräch.

Flüge nach Lissabon werden von den meisten europäischen Großstädten aus angeboten. So gibt es z.B. fast tägliche Flüge von Frankfurt aus, die sowohl die deutsche Lufthansa als auch die portugiesische TAP anbieten. Die Strecken Köln – Lissabon und Stuttgart – Lissabon hat der Billigflieger Germanwings im Programm.
Das wohl größte Netz für Billigflüge nach Lissabon finden Sie allerdings bei Air Berlin. Allein in Deutschland startet diese Airline Flüge von Hamburg, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, München, Leipzig, Berlin u. a. Städten. Aber auch von Zürich, Wien, Basel, Salzburg oder Amsterdam aus können Sie billige Flüge nach Lissabon buchen. Ein Flug Frankfurt – Lissabon dauert übrigens rund zweieinhalb Stunden.

Anreise mit der Bahn:

Eine gemächliche, aber nicht günstigere Alternative zum Flug nach Lissabon bietet die Bahn. Zwischen 26 und 36 Stunden müssen Sie für die Fahrt von deutschen Bahnhöfen zum Gare do Oriente oder zur Santa Apolónia Station schon einplanen.

Für die Fahrt mit dem Zug nach Lissabon haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können entweder über Paris, am Atlantik entlang, durchs Baskenland und Nordspanien fahren oder aber einen Zug Richtung Lyon nehmen, um dann südlich weiter bis zum Mittelmeer, über Barcelona, durch Zentralspanien und über Madrid nach Lissabon zu gelangen. Umsteigen müssen Sie auf der langen Strecke in jedem Fall. Von einigen Städten, wie z. B. Madrid aus, wird neben dem normalen InterCity auch ein Nachtzug nach Lissabon angeboten.

Ein weiterer Bahnhof, der zentral im Herzen Lissabons gelegene Rossio, ist Startort für die Züge in die nähere Umgebung Lissabons, z. B. nach Sintra. Alle 15 Minuten fahren hier Bahnen in den 45 Minuten entfernt gelegenen Vorort.

Metro-, Bus-, Vorortzugbahnhof und Fähranleger in einem, ist der vierte wichtige Bahnhof der Stadt, Cais do Sodré. Von hier aus gelangen Sie über Belém auch nach Cascais und Estoril. Gut zu wissen, wenn Sie mal einen Tag am Strand verbringen wollen! Die Fahrt dauert nur etwas über eine halbe Stunde und die Züge verkehren im 20- Minuten- Takt.

Anreise mit dem Auto oder dem Bus

Über das Autobahn und Straßennetz können Sie bereits während Ihrer Reise nach Lissabon schöne Landschaften betrachten. Vom spanischen Galizien kommt man in den Norden Portugals. Südlich fahrend gelangt man dann von Porto auf der Auto Estrada do Norte A1 nach Lissabon.

Der kürzeste Weg vom mitteldeutschen Frankfurt bis an die Stadt am Tejo führt jedoch quer durch Frankreich und Spanien. Von der französischen Atlantikküste über Biarritz und Irun, Richtung Burgos, vorbei an Valladolid und Salamanca ins portugiesische Guarda. Von dort geht es auf der A23 weiter bis zur A1 nach Lissabon.

Die A6 führt von Madrid und Badajoz aus in die portugiesische Hauptstadt. Über die A2 (Auto Estrada do Sul) kommt man von Faro und Loulé an der Algarve entlang nach Lissabon und überquert bei Almada die Brücke des 25. April.

Die A12 verläuft auf der Vasco da Gama Brücke über den Tejo und verbindet Lissabon mit Alcochete und Setúbal.

Die A5 verbindet die westlichen Ortschaften Cascais oder Estoril mit der Hauptstadt. Sintra kann man allerdings nur über die IC 19 erreichen.

Insgesamt ist von Ferien in Lissabon mit dem Auto aber eher abzuraten. Die Fahrt beträgt über 30 Stunden und ist mit Autobahngebühren, Benzin, Übernachtung etc. auch nicht billig. Ganz abgesehen davon, dass Sie in der Stadt selbst sowieso kein Auto brauchen. Schnell und günstig nach Lissabon kommen Sie eher mit dem Flugzeug.

Falls Sie zwar auf den eigenen PKW verzichten, aber dennoch nicht fliegen wollen, gibt es als Alternative die Möglichkeit mit dem Bus in die portugiesische Hauptstadt zu fahren. Städtereisen nach Lissabon haben Anbieter wie z. B. die Deutsche Touring GmbH in ihrem Programm. Günstige Angebote für Busreisen bieten aber auch die portugiesischen Busunternehmen Internorte, Intercentro und Intersul. Die Reise mit dem Bus dauert zwar ebenfalls um die 32 Stunden, aber wenigstens reisen Sie entspannt und können Ihren Urlaub in Lissabon vom ersten Tag an genießen.

Anreise mit dem Schiff:

Bevor 1951 die erste Brücke Lissabons über den Tejo gebaut wurde, musste man mit der Fähre zum Hafen Lissabons übersetzen. Jedenfalls wenn man sich der Hauptstadt aus südlicher Richtung kommend näherte. Mit der Errichtung der Ponte de 25. Abril 1951 und der Ponte Vasco da Gama, die zur EXPO 1998 gebaut wurde, ist der Fährverkehr über den Tejo deutlich weniger geworden. Die TT –Transtejo betreibt aber nach wie vor die Verbindungen vom westlichen zum östlichen Ufer und umgekehrt. Auf der westlichen Seite, von Lissabon aus, starten die Fähren ca. alle 20 Minuten in Belém, Cais do Sodré oder Terreiro do Paço. Am gegenüberliegenden Ufer legen die Schiffe in Barreiro, Cacilhas, Seixal oder Trafaria ab.

Darüber hinaus verfügt Lissabon auch über insgesamt fünf private Sportboothäfen sowie drei Hafenterminals für die großen Kreuzfahrtschiffe (Alcântara (TPA), Santa Apolónia (TPSA) und Rocha Conde de Obidos (TPR)). Von den 100 größten, europäischen Anlegestellen der modernen „Kreuzfahrer" erreicht der Hafen Lissabons übrigens Platz drei in Punkto Passagieranzahl!

Öffentlicher Nahverkehr

Das öffentliche Netz des Stadtverkehrs wird von der Carris, der Companhia de Carris de Ferro de Lisboa, geführt. Bereits seit 1872 ist die staatliche Carris für Busse, Straßenbahnen, drei Standseilbahnen und den Aufzug von Santa Justa verantwortlich. Insgesamt umfasst das Busnetz 88 Linien, das Straßenbahnnetz, die berühmten Eléctricos, verfügte zu seiner besten Zeit Ende der 50er Jahre, bereits über 27 Linien. Die Anzahl der Strecken der Eléctricos ging jedoch mit dem Bau der Metrolinien erheblich zurück. Einige Straßenbahnlinien gelten heute sogar als Sehenswürdigkeit Lissabons. So z. B. die Linie 15 nach Belém oder die Linie 28 von Martim Moniz nach Prazares.

Die Metropolitano de Lisboa ist für den unterirdischen Teil des öffentlichen Straßenverkehrs verantwortlich. Die Metro umfasst insgesamt vier Linien, deren erster Streckenabschnitt 1959 eingeweiht wurde. Neben den Farben unterscheidet man die Linien auch nach Symbolen. So gibt es z. B. eine Möwe (blaue Line), eine Sonnenblume (gelbe Linie), ein Schiff (grün) und ein Kompass (rot).

Wenn die U- Bahn der Hauptstadt auch nicht gerade die übersichtlichste ist, so kann man sie aber doch als eine der kunstvollsten bezeichnen. Die Gänge und Bahnhöfe der Metro sind mit den berühmten Azulejos bedeckt. Der portugiesische Architekt Keil do Amaral und seine Frau, die Malerin Maria Keil, haben die U- Bahn mit typisch portugiesischer Kachelkunst im Stil der späten 50er Jahre verziert. Angeblich hat die Künstlerin innerhalb von 25 Jahren 19 Metrostationen gestaltet. Als Meisterwerk gilt der Bahnhof Intendente. Leider sind bis heute nicht alle ihre Werke erhalten geblieben. An der Praça d’Espahna ist ihre Kunst noch fast unverändert zu bewundern.

Ein guter Tipp für Besucher der Stadt sind die Kombifahrkarten, die gleich für mehrere Transportmittel gültig sind. Neben El BUC (gilt für zwei Fahrten mit Bus, Straßenbahn oder Aufzug an einem Tag) und der Lisboa Card (gilt einen ganzen Tag lang im gesamten öffentlichen Verkehrsnetz, plus verbilligter oder kostenloser Eintritt in einigen Museen; gibt es auch für zwei oder drei Tage) sind die wieder aufladbaren 7 Colinas Karten interessant (ebenfalls im gesamten öffentlichen Nahverkehr gültig und nach Bedarf „nachladbar").

Reiseführer Lissabon