Mosteiro dos Jerónimos -Praça do Império, Belém, Lissabon
Metro: Eléctrico 15, bis Belém

An der Stelle an der Heinrich der Seefahrer 1459 eine Kappelle
errichten lassen hatte, wurde die 1501 diese riesige Klosterkirche
errichtet. Heute ist sie eines der Wahrzeichen Portugals und man kann sie – wie damals- bereits
vom Meer aus sehen. Von hier aus stachen die Matrosen in See und
hierher kamen die Seeleute auch wieder zurück.

Neben der Torre de Belém ist die Klosterkirche eines der beeindruckendsten Bauwerke Portugals. Das Mosteiro dos Jéronimos wurde im Auftrag König Manuels I. von 1501 bis 1571 gebaut und stellt eines der Glanzstücke des portugiesischen Stils der Manuelinik dar. Der Manuelinische Stil zeichnet sich durch maritime und orientalische Ornamentik aus und kann als eine portugiesische Variante der Spätgotik betrachtet werden. Dieser besondere Kunststil mit seinen feinen Blumen-, Tier- und Pflanzendekorationen wurde nach König Manuel benannt, da die Blütezeit der portugiesischen Seefahrt in die Epoche seiner Herrschaft fällt.

Vasco da Gamas Entdeckung des Seewegs nach Indien (1497-1499) soll einer der Gründe für den Bau des prächtigen Klosters an der Küste gewesen sein. Sicher ist, dass der plötzliche Reichtum aus den neu entdeckten Ländern unter anderem zur Finanzierung des ehrgeizigen Baus genutzt wurde. Insgesamt zog sich die Konstruktion des Hieronymusklosters über mehrere Jahrzehnte hin, so dass im Laufe der Zeit verschiedene Architekten und Baumeister daran arbeiteten.

Im Innenraum des Kirchenschiffs befinden sich die Sarkophage Vasco da Gamas, des Dichters Luís de Camões (dessen sterbliche Überreste allerdings in einem Massengrab beigesetzt wurden) und diverser Könige und Königinnen der Aviz Dynastie.
Im wunderschönen Kreuzgang der zum Kloster führt, erinnert ein Denkmal an Fernando Pessoa, der 1985 hierher umgebettet wurde.

In den seitlichen Flügeln der Klosteranlage befinden sich das Marinemuseum und das Museum für Archäologie. Das große Erdbeben von 1755 überstand der Prachtbau ohne nennenswerte Schäden. Erst bei der Verwüstung durch französische Truppen im 19. Jahrhundert wurden im Kloster erhebliche Zerstörungen angerichtet. 1834 wurde der Orden des Hieronymus aufgelöst. Bis 1940 diente der Bau der Casa Pia de Lisboa als Waisenhaus. Gottesdienste finden hier schon lange nicht mehr statt.

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2007 unterzeichneten die EU Chefs hier den Vertrag von Lissabon.