Schloss Versailles, 78000 Paris (Versailles)

Das barocke Schloss von Versailles wurde vor allem unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV berühmt. Ursprünglich als Jagdsitz für Kardinal Richelieu 1623 gebaut, entstand im Laufe der Jahre eine prunkvolle Schlossanlage. König Ludwig der XIII erwarb den Besitz 1632. Sein Sohn, Ludwig XIV, der Sonnenkönig, machte aus dem kleinen Schloss vor den Toren der Stadt Paris einen Prachtbau, der lange Zeit vielen anderen Schlössern als Vorbild diente. Ab 1682 diente das Château de Versailles nicht nur als Sommersitz oder Jagdschloss, sondern wurde offizieller Regierungssitz des Königs, der von Versailles aus in seinem absolutistischen Regierungsstil herrschte. Die Einrichtung der Räume des Schlosses, der berühmte Spiegelsaal, sowie die großzügigen Gartenanlagen dienten einzig und allein der Verherrlichung des Sonnenkönigs. Erst Ludwig der XVI ließ sich das erste Wasserklosett mit Spülung hier einbauen. Bis dahin gab es im Schloss weder fließend Wasser noch Toiletten.

Berühmt ist auch der Spiegelsaal des Schlosses. Hier wurde der preußische König Wilhelm I. zum ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt, nachdem er mit Reichskanzler Otto von Bismarck den Deutsch- Französischen Krieg gewann. Die Franzosen die das als Demütigung der Monarchie ansahen wollten sich für die Kaiserproklamation in Versailles 1871 rächen und ließen die Deutschen hier nach der Niederlage im 1. Weltkrieg den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnen. Heute jedoch steht Versailles als Ort der Aussöhnung und der Deutsch- Französischen Freundschaft. 1979 wurde das Schloss von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und ist heute als Museum der Öffentlichkeit zugänglich.


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